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Sankt Martin Kirche zu Morsum

Eine Kirche ohne Turm – dieser ungewöhnliche Anblick empfängt Gläubige im östlichsten Inselort. Denn statt des üblichen Turms steht der Morsumer Kirche Sankt Martin ein hölzerner Glockenstapel zur Seite. Armut zwang dereinst die Gemeinde von Fischern, Seeleuten und Bauern, die Größe des Kirchenbaus auf ein Mindestmaß zu beschränken und auf einen Kirchturm ganz zu verzichten. So trägt bis heute ein Holzgerüst die Glocke. Das freilich tut der Anmut der kleinen Kirche keinen Abbruch, die in ihrer Schlichtheit und Harmonie der Proportionen auf den Betrachter wirkt. Zudem kann Sankt Martin mit dem Pfund wuchern, dass sie vermutlich schon im 12. Jahrhundert aus Granitquadern und Findlingen erbaut wurde und damit die älteste Sylter Kirche darstellt.

Die ehrwürdigsten Relikte des Gotteshauses sind das Taufbecken aus dem 9. Jahrhundert, der aus Gotländer Kalksandstein gefertigte Taufstein sowie die barocke Kanzel. Das jüngste Inventar stellt die 1984 in Kiel konstruierte Orgel dar. Mehrere Male machte die kleine Kirche durch überraschende Entdeckungen von sich reden. So stieß man während einer Restaurationsphase zwischen 1931 und 1933 auf das alte Taufbecken, das zum Regenfass degradiert worden war, und fand auf dem Dachboden der Kirche das Mittelstück des spätgotischen Flügelaltars. 1999 tauchte dann auch noch das lang vermisste Altarbild wieder auf: Während einer Restaurierung des Altars wurde das religiöse Bildnis aus dem Jahre 1738, das eine Abendmahlszene zeigt, in der Rückwand entdeckt.

An den Dreißigjährigen Krieg und die kurz darauf wütende Pest erinnert im Kirchenraum eine alte Gedenktafel. Ihre friesische Inschrift bedeutet übersetzt: „Unsere Kirche mit Schanze und Graben stark befestigt, besetzt in aller Eile. Das Jahr darauf, in kurzer Frist, die Pest uns flugs gefolget ist.“ Kurz zuvor waren während des Dreißigjährigen Krieges der Friedhof für einen Schanzgraben umgepflügt und in die Kirchmauer Schießscharten geschlagen worden.

Hausherr des kleinen Kirchleins, für dessen Erhalt sich ein Förderverein ebenso engagiert wie für die kirchliche Gemeindearbeit, ist Pastor Ekkehard Schulz, der hier bereits seit 1996 wirkt. Neben den regulären Gottesdiensten finden in Sankt Martin im Sommer auch mehrere Konzertveranstaltungen statt.

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.kirche-auf-sylt.de

Sankt Severin zu Keitum

Im Laufe von acht Jahrhunderten hat sie viele Gläubige kommen und gehen sehen: Die Keitumer Kirche Sankt Severin, die aus rheinischem Tuff, Feldsteinen, Granit und Ziegelsteinen auf einem heiligen Hügel errichtet wurde. In dem nach einem Kölner Bischof benannten Gotteshaus finden sich viele sehenswerte Besonderheiten. Ältestes Relikt ist der um 1250 aus Sandstein gefertigte Taufstein. Tafelbilder, die Szenen aus der Passionsgeschichte zeigen, zieren den spätgotischen Schnitzaltar. Die Kanzel ist eine frühe Renaissance-Arbeit, die prächtigen Kronleuchter aus dem 18. Jahrhundert sind Stiftungen von Sylter Kapitänen. Eine weitere Besonderheit stellt der ausladende „Müllerstuhl“ neben dem Altar dar: In ihm nahm bei den Gottesdiensten der wohlhabendste Bürger, der Munkmarscher Müller, Platz.

Ein Prunkstück der Neuzeit ist die voluminöse Orgel, die 1999 durch einen vermögenden Gönner finanziert wurde. Die 3.145 Pfeifen messen von wenigen Millimetern bis zu fünf Metern und ermöglichen dem Organisten eine große Bandbreite der Orgelliteratur. Binnen 9.000 Arbeitsstunden wurden 18 Kubikmeter Holz, überwiegend Eiche, für das Instrument verarbeitet. Die alte Orgel, die zwei Jahrhunderte lang treu ihren Dienst versah, steht jetzt in einer katholischen Kirche in Polen.

Der spätgotische Turm gesellte sich erst um 1450 zur Kirche. Er diente in den folgenden Jahrhunderten als Fixpunkt für die Seefahrer und zeitweilig auch als Gefängnis. Auf dem angrenzenden Friedhof finden sich einige verwitterte Grabsteine alter Kapitänsfamilien. Neben dem Namen sowie dem Geburts- und Todesdatum sind viele der alten Grabplatten mit Zusätzen ausgeschmückt. Verschnörkelte Buchstaben künden vom Schicksal der Ahnen, etwa dieses Kapitäns: „In seiner frühen Jugend wurde er zur Grönländischen Seefahrt geführt, worauf er 47 Reisen, davon 37 als Commandeur, und die meisten mit glücklichem Erfolg gethan“. Auf dem Friedhof ruhen unter anderem auch die Verleger Rudolf Augstein und Peter Suhrkamp.

Hausherrin der Kirche ist seit 2005 Pastorin Susanne Zingel, Organist ist Alexander Ivanov. Bekannt ist Sankt Severin für die exquisiten „Mittwochskonzerte“. Zudem findet jeden Donnerstag um 16 Uhr eine Kirchenführung statt.

Weitere Infos finden Sie unter:
www.st-severin.de.

St. Nicolai Kirche

Die Pläne für den Bau der Westerländer Stadtkirche, welche 1908, wie zuvor auch die St. Niels Kirche, nach dem Bischof von Myra (Schutzheiliger der Seefahrer) geweiht wurde, reiften lange. Der Bau wurde dringend nötig, da die Dorfkirche St. Niels für die Menschen des Ortes einfach zu klein geworden war, nachdem sich die Einwohnerzahl von 859 Einwohnern im Jahr 1885 in den nächsten zehn Jahren verdoppelt hatte.
Die St. Nicolai Kirche ist in den Sommermonaten für interessierte Besucher täglich von 9-17 Uhr geöffnet.
Weitere Informationen finden Sie unter:
www.kirche-westerland.de
 

Dorfkirche St. Niels

Der Bau der Westerländer Dorfkirche St. Niels der ev.-luth- Dänischen Kirchengemeinde begann 1635. Der Kirchturm wurde erst im 19. Jahrhundert errichtet.
Der Name Niels ist die friesische Ableitung von Nikolaus, Bischof v. Myra, dem Schutzheiligen der Seefahrer, dem auch die 1908 gebaute Stadtkirche St. Nicolai geweiht ist. Der wertvollste Schmuck der Kirche ist der spätgotische Schnitzaltar. Im Mittelschrein ist hier eine Marienkrönung zu sehen, flankiert von zwei Bischöfen, links Severin oder Nicolaus, rechts Dionysus. Die Seitenflügel zeigen die Apostel. Im 19. jahrhundert wurde auf Veranlassung eines strengen Luthertums der Mittelschrein entfernt und durch ein
Ölbild der Thüringerin Minna v. Doetichen de Rande ersetzt, das den über dem Meer wandelnden Jesus und den sinkenden Petrus zeigte. Erst 1925 fügte man die Krönung Marias wieder an ihren Platz ein. Weiterhin sehenswert sind das Passionskreuz aus dem 13. oder 14. Jahrhundert, die Kanzel und die Taufschale.
Besichtigt werden kann die Kirche in den Sommermonaten täglich zwischen 9 und 17 Uhr.
Weitere Informationen finden sie hier:
www.kirche-westerland.de

Katholische Kirche St. Christopherus

Die katholische Kirche St. Christopherus wurde von 1997 bis 1999 errichtet, nachdem die alte Kirche abgerissen werden musste. Die Bronzeglocken von 1959 wurden im neu errichteten Glockenstuhl wieder aufgehängt. Die schwerste Glocke wiegt 1600 kg.
Gottesdienste: Sonntag 10.30 Uhr, Dienstag 18 Uhr, Mittwoch 18 Uhr, Donnerstag 18 Uhr, Freitag 15 Uhr und Samstag 19 Uhr.
Zusätzlich finden mittwochs und samstags jeweils um 11 Uhr Mittagsgebete statt.

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.syltkirche.de

St. Peter Kirche

Die Reetdachkirche St. Peter in Rantum ist diejenige Inselkirche, welche am dichtesten zum Weststrand direkt hinter dem ersten Dünenzug liegt. Sie gehört zur ev.-luth. Kirchengemeinde Hörnum-Rantum.
Gottesdienste finden jeden Sonntag um 11 Uhr statt.

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.kirche-auf-sylt.de

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